Planung, Aufbau und Betrieb
eines hochsicheren Netzes
Teil 10: Handlungsempfehlung

2 Minute Lesezeit
  • Hochsichere Netze
  • Projektmanagement

Willkommen zu Teil 10 unserer Blogreihe, die dich mit den verschiedenen Projektphasen aus Planung, Aufbau und Betrieb eines hochsicheren Telekommunikationsnetzes bekannt macht.


In dieser Blogreihe haben wir dir die verschiedenen Projektphasen für Planung, Aufbau und Betrieb eines hochsicheren Netzes nähergebracht. Dieser Prozess beginnt mit der Designstudie, in der du die grundsätzliche Struktur des Netzes festlegst. Im Anschluss daran präzisiert du das grobe Netzdesign und erhältst damit ein konkretes Konzept. Darauf aufbauend kannst du eine Leistungsbeschreibung erstellen und damit die Basis für die Vertragsverhandlung schaffen. Nach dem Vertragsschluss beginnt der Auftragnehmer mit der Planung des Netzes, das er anschließend realisiert. Während Planung und Umsetzung ist es deine Aufgabe, das Vorgehen des Auftragnehmers zu überwachen und wenn nötig einzugreifen. Beendet wird der Aufbau durch eine formalisierte Abnahme, in der du dem Auftragnehmer nach eingehender Prüfung des Netzes bescheinigst, dass er die vertraglich vereinbarten Leistungen erbracht hat. Am Ende geht das Netz in Betrieb. Hier ist es wichtig, deine Verantwortlichkeiten klar von denen des Auftragnehmers abzugrenzen und alle notwendigen Betriebsprozesse zu etablieren. Damit du die jeweiligen Phasen möglichst erfolgreich bewältigst, hier noch einmal die wichtigsten Tipps für dich:

Kernpunkte dieser Blogreihe

  1. Die verschiedenen Projektphasen sind inhaltlich und zeitlich sehr eng verzahnt. Deshalb ist eine konstante Begleitung ohne Knowhow-Verlust über das gesamte Vorhaben hinweg erforderlich. Damit stellst du sicher, dass zu jedem Zeitpunkt einer Phase die Konsistenz der Ziele und Inhalte im Vergleich zur vorangehenden Phase gewahrt bleibt.
  2. Die einzelnen Projektphasen sollten gleichzeitig aus technischer, betrieblicher und sicherheitsrelevanter Perspektive betrachtet werden. Das heißt du bewertest zu jeder Zeit den aktuellen Sachverhalt unter Berücksichtigung dieser drei Aspekte.
  3. Der Aufbau eines hochsicheren Netzes ist ein sehr komplexes Projekt und birgt viele Risiken mit Auswirkungen auf Termine und Kosten. Die größten Risiken kannst du nur minimieren, wenn du bereits in der Designstudie und anschließend in der Konzeptphase eine Grundausrichtung vorgibst, die alle technischen, betrieblichen und sicherheitsrelevanten Anforderungen berücksichtigt.
  4. Risiken, die sich aus den Mitwirkungs- und Beistellleistungen ergeben, begrenzt du, indem die Auftraggeber-Leistungen bereits im Vertrag klar definiert und abgegrenzt sind. Zusätzlich dazu solltest du im Vertrag die Planungs- und Realisierungsverantwortung festlegen.
  5. Sicherheitsanforderungen kannst du nur effektiv in Designstudie und Konzept festlegen. Anforderungen, die du später festlegst, führen teilweise zu erheblichem Mehraufwand und zeitlichem Verzug. Es kann auch sein, dass zu spät eingebrachte Sicherheitsanforderungen unberücksichtigt bleiben, wenn bereits gegenläufige Entscheidungen getroffen wurden.
  6. Um effektive Instrumente für die Projektsteuerung zu haben, musst du die wesentlichen Prüf-, Mitwirkungs-, Auditierungs-, Freigabe- und Veto-Rechte im Vertrag festlegen. Das gilt umso mehr, wenn die Auftraggeberin als öffentliche Institution und die Auftragnehmerin als Generalunternehmer handelt.
  7. Aufgrund des Interessenkonfliktes zwischen deinen Sicherheitsanforderungen und den kommerziellen Zielen des Betreibers ist bei der Realisierung der Betriebsprozesse die Erfüllung der Schutzziele gefährdet. Nutze daher deine vertraglich vereinbarten Prüfrechte, um die Erfüllung der festgelegten Leistungen sicherzustellen und wenn nötig Einfluss zu nehmen.
  8. Mit der Abnahme erkennst du den Leistungsgegenstand als erfüllt und vertragskonform an. Du übernimmst damit die Verantwortung für das Netzwerk. Achte daher auf eine detaillierte Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der Abnahme. Wenn möglich greife auf Erfahrungswerte zurück.


Damit hast du das Ende unserer zehnteiligen Blogreihe erreicht. Wir hoffen, du hast hier einen praktischen Einblick in den Ablauf eines Netzaufbauprojekts bekommen. Falls du Fragen oder Anregungen hast, zögere nicht und schreib uns einfach an!

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